
Stuttgart (MK)
Besuch des Messestandes der Philippinen auf der CMT
Die Caravan – Motor – Touristik Messe (CMT) zeigte in der Zeit vom 13.-21.01.2024 ein unwahrscheinlich vielfältiges Angebot vom Wohnwagen über luxuriöse Wohnmobile (200.000 € waren keine Seltenheit) zu Reisen innerhalb Europas, auf Kreuzfahrtschiffen oder eben zum Reisen auf den Philippinen. Das südostasiatische Land war dieses Jahr Partnerland der CMT. Gleich mit dem Eintreten in Halle 4 steht man vor dem Ausstellungsstand des Landes. Zentral hier ist die große Fläche, auf der Vorführungen Einblicke in die philippinische Kultur geben. Cultural Dances erzählen etwas von der Landesgeschichte, besonders bekannt ist der „National Dance of the Philippines“ Tinikling. Dabei bewegen sich ein oder mehrere Akteure tanzend zwischen zwei Bambusstangen, die von zwei anderen Akteuren, einem Rhythmus folgend, abwechselnd auf den Boden und aneinander geschlagen werden. Da ist gutes Koordinationsvermögen gefragt, will man nicht gleich mit seinen Füßen Kontakt mit den Bambusstangen haben. Noch heute erinnere ich mich an meine ersten Erfahrungen damit.
Selbstverständlich spreche ich die Künstler nach ihrem Auftritt an. Auf Deutsch. Schließlich sind wir mitten in Deutschland, mitten in Schwaben. Ich ernte unverständliche Blicke und begreife, dass diese Tänzer direkt von den Philippinen eingeflogen sind. Nach dem Sprachwechsel auf Englisch sind die philippinischen Gäste auskunftsfreudig und erzählen von der Schönheit ihrer Heimat.

Ein wunderschönes Land. Ein Land, das die deutschen Vorstellungen eines „karibischen Traumurlaubs” zu 100% verkörpert, wenngleich die Karibik wohl genau auf der anderen Seite der Erdkugel liegen dürfte. Dort, wo die Palmen Wind gebeugt etwas schräg über den weißen Sand wachsen, so dass sie auch Schatten geben können. Die Wassertemperatur mit 26 oder 27°C lädt zum stundenlangen Verweilen in der pazifischen Brandung ein. Der Sand ist oft fein. Angenehmer geht es nicht. Wem das auf Dauer mit zu wenig Action behaftet ist, der zieht zur nächsten Bucht und findet dort womöglich den Strand zum Surfen oder eine Tauchbasis. Angebote zu Surf- und Tauchkursen findet man häufig. Meist bekommt man viel Leistung für sein Geld, die Kurse sind nicht allzu teuer und wenn es unter Wasser zieht, der bekommt schon in einer geringen Tauchtiefe von fünf bis zehn Metern „atemberaubende“ Eindrücke eine intakten Unterwasserwelt mit Riffen, Vegetation und hunderten verschiedener Fische. Experten sagen, man könne hier eine größere Vielfalt erleben als am Great Barrier Reef in Australien. Schon beim Schnorcheln sieht man vieles von der Unterwasserwelt. Wer also noch Berührungsängste mit dem Lungenautomat, dem Octopus oder dem Tarierjacket hat, nimmt mit dem Blick von der Wasseroberfläche durch die Taucherbrille senkrecht nach unten visuell schon Vieles auf. Wenn später Mut gesammelt wurde: Equipment wird vor Ort verliehen. Die Unterrichtssprache ist fast immer Englisch, an manchen Orten auch Deutsch, findet man doch immer wieder Tauchlehrer aus DACH, die längst auf die Philippinen ausgewandert sind.
Wer aus Griechenland, aus der Ägäis das Island Hopping kennt, der sollte dies auch auf den Philippinen ausprobieren, das Land ist viel zu schön, als nur an einem Ort zu bleiben. Da ist neben dem „White Beach“ oder diversen elfenbeinfarbigen Sandarten durchaus auch ein „Pink Beach“ oder die dunklen Farben bis hin zum Schwarz aus vulkanischem Ursprung zu finden. Mit dem Pump Boat kann man mehrere Strände an einem Tag besuchen.
Für den deutschen Touristen stellt sich im Vorfeld der Reise die Frage, wie man mit der einheimischen Bevölkerung kommuniziert, hat man irgendwo doch gehört, dass es in China sehr hilfreich sei, ein wenig Mandarin zu sprechen. Und in Thailand, wenn es sich nicht um eine Touristenhochburg handelt, Englisch nur selten gesprochen. Überhaupt, welche Kultur herrscht denn auf den Philippinen, sah man doch bei den Tänzen Kleidungsstücke, die ein wenig an Spanien erinnern, in einem Tanz wurde sogar eine Art Kastagnetten verwendet? Der portugiesische Abenteurer und Seefahrer Ferdinand Magellan, unter spanischer Flagge unterwegs, entdeckte die Philippinen im März 1521. 21 Jahre später gab der spanische Seefahrer Ruy Lopez de Villalobos einigen Inseln und später dem gesamten philippinischen Archipel den Namen „Las Islas Filipinas“, abgeleitet vom Vornamen des späteren spanischen Königs Philipp II. Die spanische Kolonialzeit endete erst 1898. Während dieser über 350-jährigen Epoche wurde das Christentum genauso auf den Philippinen verbreitet, wie die spanische Mentalität und Sprache, die sich noch heute in vielen Dialekten, vor allem im Süden der Philippinen, wiederfindet. Im 20 Jahrhundert kam noch der amerikanische Einfluss dazu. Dieser dabei entstandene Kulturmix ist uns Europäern durchaus geläufig, die vorherrschende englisch Sprache, oder gelegentlich auch Spanisch, stellt uns Touristen vor durchaus lösbare Probleme. Von meinen eigenen Reisen, der letzten drei Jahrzehnte, kann ich berichten, dass die dortige Bevölkerung überaus freundlich und immer hilfsbereit ist. Wenn es darauf ankommt, teilt der Philippino mit seinem europäischen Gast auch die letzte Schüssel Reis. Sie selbst müssen die Leute nur freundlich behandeln. Es ist ein wertvoller Gedanke für mich, dass ich in meiner Familie Platz für beide Kulturen schaffen konnte.
Fliegen Sie hin und besuchen Sie ein paar der 7641 philippinischen Inseln. Sie werden begeistert sein.
(Bericht eines Deutschen, der seit 33 Jahren mit einer Filipina verheiratet ist und in Deutschland lebt)
Photos courtesy of Merlyn Kuhn

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